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Geschichte
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GründungGegründet wurde die Stadtmusik Brugg 1846 und damit zwei Jahre vor dem heutigen Bundesstaat. Am Anfang – wie heute noch – standen der Wunsch, gemeinsam zu musizieren, und die Kameradschaft. Dabei mangelte es bei der Gründung und später nicht an Schwierigkeiten: Der Mitgliederbestand war knapp, Instrumente teuer, Noten mussten abgeschrieben werden, und eine geregelte Ausbildung gab es kaum. Entsprechend war die Existenz während der ersten fünfzig Jahre dauernd gefährdet. Jahrhundertwende und AufschwungDer Aufschwung setzte erst um die Jahrhundertwende ein, als die Mitgliederzahl anstieg und der Verein Musikfeste mit Bewertung besuchte. Allerdings waren die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts für die Stadtmusik sehr unruhig: So gab es zwischen 1903 und 1912 nicht weniger als zwölf Dirigentenwechsel. Das goldene ZeitalterEin eigentliches goldenes Zeitalter bildete für die Stadtmusik die Zeit zwischen den Weltkriegen. Wesentlichen Anteil daran hatte Fritz Feldmann, Dirigent von 1915 bis 1929: Er war nicht bloss sehr musikalisch, sondern konnte seine Männer auch motivieren. 1927 zum Beispiel absolvierte die Stadtmusik 103 Gesamt- und 48 Spezialproben sowie 34 Auftritte! Mehrere grosse Erfolge an Wettbewerben waren der Lohn für die Anstrengungen, so erste Ränge am Eidgenössischen 1927 in La Chaux-de-Fonds und am Kantonalen 1929 in Aarau, nun in der 1. Klasse. Die Leistungssteigerung äusserte sich auch in der Literatur, in den 30er Jahren führte der Verein öfters grosse Werke der Romantik auf, zum Beispiel die „Ouverture solennelle 1812“ oder den „Carneval romain“ von Berlioz.
Von der Nachkriegszeit zur GegenwartNach dem Zweiten Weltkrieg sah sich die Blasmusik im allgemeinen zunehmend mit Fragen konfrontiert: Sollte sie Transkriptionen klassischer Werke oder Originalkompositionen spielen? Auch Unterhaltungsmusik, die vom Jazz beeinflusst war? Tonträger und andere Musikstile bildeten eine stärker werdende Konkurrenz. Bei der Stadtmusik wirkte sich dies seit den 60er Jahren aus. Sie reagierte darauf mit einer musikalischen Anstrengung – trat um 1970 in der Höchstklasse an – und einer leichten Öffnung des Repertoires. Seit 1970 spielen sogar Frauen mit! Diese Öffnung hat sich seit etwa 1980 verstärkt: Moderne Unterhaltungsmusik – die man in den 50er Jahren noch als „Negermusik“ abqualifiziert hätte – erscheint selbstverständlich in den Programmen, der Motivation und Weiterbildung der Mitglieder wird grosse Aufmerksamkeit geschenkt und das Auftreten ist lockerer und moderner geworden – wie nicht zuletzt diese Site beweist. Trotz ihres Alters ist die Stadtmusik jung und attraktiv geblieben: Kommen Sie und überzeugen Sie sich selbst! Die früheren UniformenDer lange Weg zur Farbe: die früheren Uniformen der Stadtmusik Wieder einmal in ihrer langen Geschichte erhält die Stadtmusik eine neue Uniform: Es handelt sich um die achte! Offenbar gehört eine Uniform einfach zu einer Blasmusik. Allerdings: Es dauerte rund fünfzig Jahre von der Gründung bis zur Anschaffung einer einheitlichen Bekleidung. Es gab zwei Hindernisse: Im 19. Jahrhundert war die Stadtmusik noch wenig stabil, häufige Wechsel der Musikanten die Regel, und damit Unterbrüche der Aktivität. Zum zweiten erlaubten die Finanzen keine grossen Sprünge, und Vorrang hatten die Instrumente. So erwarb die Stadtmusik erst 1896 einheitliche Mützen nach militärischem Vorbild, und 1898 kam die eigentliche Uniform hinzu: dunkelgrüner Veston, grauschwarze Hosen. 24 Stück kosteten 1560 Franken, angefertigt wurden sie von vier ansässigen Schneidern. 1910 wurde diese Bekleidung verkauft, um Schulden abzutragen! 1916 folgte eine neue Bekleidung, diesmal aus feldgrauem Stoff. Sie war der Offiziersuniform sehr ähnlich, was manchmal zu Verwechslungen führte. Diese Uniform wurde durch die zahlreichen Auftritte der Stadtmusik stark beansprucht, sogar der Jugendfestredner von 1930 bemängelte ihren Zustand. Trotzdem konnte sie noch verkauft werden. Im folgenden Jahr wurde das neue Kleid eingeweiht, das dem Vorgänger sehr ähnlich war: wiederum in Feldgrau mit Stehkragen. Die Kosten beliefen sich auf 11000 Franken oder rund 180 Franken pro Stück. Nach zwanzig Jahren war wieder die Zeit gekommen für einen Ersatz. Die Neuanschaffung war schwarz, und die Mütze hatte die Form einer Schildmütze statt einem Käppi. Dieses Modell aus schwerem Stoff blieb nicht sehr lange in Gebrauch, sondern wurde „schon“ nach 15 Jahren ersetzt. Als Gründe wurden der Konkurs des Lieferanten genannt sowie die Musikanten: „seit der Weltkriegszeit haben Grösse und Umfang der Musikanten im Durchschnitt wesentlich zugenommen. Auch die neueintretenden jungen Mitglieder sind grösser als in früheren Jahren. Die Uniformen sind durchwegs aufs Maximum ausgeweitet worden. Trotzdem hängen im Schrank wohl ein Dutzend Uniformen, die wegen ihrer Kleinheit von keinem Mitglied mehr getragen werden können.“ Erstmals wagte man sich behutsam an die Farbe: Der Stoff war dunkelblau mit gelbem Zierat! 1978 folgte die bisher letzte klassische Uniform: Mit den blauen Hosen, erdbeerrotem Veston und weissen Garnituren war sie farbenprächtig und die Stadtmusik hob sich am Rutenzug deutlich ab vom nachfolgenden „Leid“. Diese Bekleidung verwendete die Stadtmusik bis zum Jugendfest 2005. Dieser lange Gebrauch war nur möglich, weil 1990 eine zweite „Schale“ beschafft worden war: ein einfacher dunkelblauer Anzug, der etwa ein Drittel einer vollständigen Uniform kostete! Die Überlegung war, damit den Ersatz für die rot-blaue Uniform hinausschieben zu können – Ziel erreicht – und weniger zu schwitzen als im soliden Uniformstoff. Nach den langen Jahren war aber die rot-blaue nicht mehr in einem präsentablen Zustand: glänzende Hosenböden, zu kurze Hosenbeine, gilbige Verzierungen … Auch der Anzug hat seine geplante Einsatzdauer von zehn Jahren deutlich überschritten, was bei genauerem Hinsehen auch sichtbar ist. Entweder sind die Hosen ein- oder viele Musikanten ausgegangen, sodass heute die wenigsten noch die originalen Hosen tragen. Zudem fanden manche Stimmen, im Freien falle der Anzug zu wenig auf. |
Sonntag, 20. Mai 2012
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